Vierzig Jahre lang auf Entdeckungsreise durch Italien mit einem Fiat 600 und nun das Resultat: Sechs Bände über die italienischen Sehenswürdigkeiten. Es handelt sich um die Bücher von Sir Michael Oppenheimer, exzentrischer Baron aus England, der sich heute einer enzyklopädischen Kenntnis über alles, was zwischen den Alpen und Sizilien liegt, rühmen kann.Seine Leidenschaft für Italien entsteht während dem zweiten Weltkrieg, als Sir Michael, der zu dem Zeitpunkt bereits 77 Jahre alt ist, Rom mit den südafrikanischen Truppen erreicht. Nach Kriegsende zieht er nach Oxford um hier konstitutionelle Geschichte zu unterrichten. Von dieser Stadt aus unternimmt Sir Michael seine Reisen nach Italien, stets in Begleitung seiner Gattin Lady Helen.
Es gibt kein Dörfchen – unterstreicht die britannische Tageszeitung „Times“ – das der Baron nicht besucht hat. In den Bänden werden in der Tat etwa 5000 Museen, Kirchen, Bauten und archäologische Ausgrabungsstellen aufgeführt. Auf den Straßen Italien – die anfangs „häufig enge Saumpfade waren“, wie er erinnert – hat Sir Michael vier Fiat 600 verbraucht. „Die Leute sahen uns vorbeifahren und riefen: Schönen Urlaub.“ unterstreicht Lady Oppenheimer „Unsere Art Urlaub hätte nicht jedermann gepasst, wir standen um sechs Uhr morgens auf und waren den ganzen Tag über unterwegs, aber für uns war es perfekt.“
Die Bücher, erklärt Sir Michael, sind für Touristen gedacht, die die Schätze Italiens erforschen möchten, nicht für Experten in Kunstgeschichte“. Was sie von anderen Reiseführern unterscheidet, ist die beeindruckende Quantität an Sehenswürdigkeiten, die in ihnen aufgeführt ist. Viele – erklärt die „Times – gehören nicht zu den herkömmlichen Touristenzielen. Unter den zahlreichen Orten, die Oppenheimer besuchte, bleibt sein Lieblingsziel die Kirche San Pietro al Monte. „Sie liegt anderthalb Wanderstunden entfernt auf den Bergen um den Comer See und hat sich in den vergangenen tausend Jahren kein bisschen verändert.“
Auf Grund ihrer herrlichen Panoramas liebt er die Voralpen im Norden von Asolo, „ein Land, in dem es von den Palladiumvillen wimmelt“, und die Weinberge bei Impruneta in der Toskana. Hinsichtlich der italienischen Monumente, stehen für ihn an erster Stelle die drei Tempel in Paestum. Zahlreich sind seine Hinweise für Touristen auf der Suche nach weniger bekannten Eckchen: der lombardische Tempel in Cividale del Friuli mit Stucken aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, die Abtei in Fossanova, die Mauern aus dem Mittelalter von Montagnara, die Kartause in Pavia, Palmanova, „das weltweit schönste Beispiel von Festungsanlagen aus der Renaissancezeit“ und die Villa von Papst Julius in Rom.
„Monuments of Italy“
von Michael Oppenheimer
Verlag I.B. Tauri
circa € 470,00
September.2002
I.B. Tauri (auf Englisch)