Auf einen ersten Blick scheint die spröde und herrliche Amalfiküste, gemeinsam mit der Halbinsel von Sorrento, dem Wanderliebhaber wenig bieten zu können. Aber auf diesem Felsvorsprung, der 25 Kilometer lang ist und auf über 1400 Meter Höhe aufsteigt, befinden sich zahlreiche Fußpfade, von denen viele sehr antike Ursprünge haben. Auf diesen gut angelegten Wanderwegen kann man mit eigener Hand die Herrlichkeiten der Halbinsel berühren, welche auf Grund ihrer beeindruckenden Schönheit dem Gut der Unesco erklärt wurden.Kontraste sind die Essenz dieses bezaubernden Eckchens Küste: einerseits die bevölkerten Küstenstädte, andererseits die kleinen Ortschaften, die man häufig nur zu Fuß erreichen kann, und die isolierten Bauernhöfe an den Hängen des Bergs und der wilden Landschaft.
Die Berge der Halbinsel sind Teil des Gebirges Lattari, das den Golf von Neapel von dem Golf von Salerno trennt. Die Felsen sinken steil auf allen Seiten praktisch direkt ins Meer ab. Sie bestehen aus einer besonderen Art Meereskalk und ihre Permeabilität ist die Ursache für das Entstehen von tiefen Tälern.
Die Vegetierung ist äußerst vielseitig: auf den niedriger gelegenen Schichten werden Zitronen, Oliven und Wein angebaut, welche teils auch auf höherer Quote auf mit großer Fertigkeit angelegten Terrassen wachsen. Auf mittlerer Höhe, weit entfernt von den bebauten Terrains, findet man häufig Eichen und kleine Johannisbeerbäume. Auf hohen Quoten, jenseits der Baumgrenze, herrschen Rosskastanienbäume und Erlen vor, gemeinsam mit Eschen und Buchen, auch wenn letztere in der Vergangenheit stark kommerziell ausgenutzt wurden und nun relativ selten geworden sind.
Die robusten Pflanzen der sogenannten „Macchia Mediterranea“, der typischen Mittelmeervegetation, die für dieses extrem heiße und trockene Klima hervorragend geeignet sind, krallen sich regelrecht an den Fels. Wildblumen wachsen zahlreich überall: Felsrosen, Alpenveilchen, Lilien, Ginster, Geißblatt, Mohn ... die Liste wäre unendlich.
Leider ist die Fauna der Halbinsel, mit ihren Säugetieren und Vögeln, nicht ganz so üppig: wahrscheinlich ist die große Anzahl an Patronenhülsen, die man auf dem Boden findet, einer der vorwiegendsten Gründe hierfür.
(Foto: Region Campania)
Mai.2002
Amalfiküste (auf Italienisch und Englisch)
Gut der Unesco (auf Englisch und Französisch)