Die Amerikaner, traurigerweise für ihre "Speisekultur" bekannt, bringen mit Marsala nur die "scaloppine's Sauce" die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Und die Italiener? Was wissen sie über dieses Produkt?
Marsala ist der bekannteste Likörwein Italiens, der auf komische und zufällige Art und Weise zum ersten Mal gebraut wurde. Marsala wird auf Art gebraut die sehr stark an die Bearbeitung ähnlicher Produkte (Porto, Madeira, Jerez) erinnert. Er unterscheidet sich aber von diesen durch das Land in dem er wächst.
Geschichte und Produktionstechnik
Am Ende des 1700 blieb ein englischer Kaufmann von sizilianischen Wein beeindruckt, vor allem von dem aus Marsala und um diesen bis zu seiner Heimkehr zu konservieren gab er eine bestimmte Menge an Äthylalkohol zu.
Die Produktionstechniken wurden dann mit den Techniken der bekanntesten Weinhersteller aus Portugal und Spanien verfeinert. Schon am Anfang des '800 wurde Marsala nach Nordamerika, Brasilien, Australien und später auch nach Europa (Deutschland, Russland und Skandinavien) exportiert.
Die einzelnen Schritte der Produktion sind kompliziert und beachten immer die selben Regeln. Nach der Weinlese, in der nur die reifen Trauben gesammelt werden, folgt eine weisse Weinherstellung (die den Kontakt zwischen Most und Trester ausschliesst). Das Produkt wird dann in in Fässer von 3-4 hl gefüllt, die nur zu 2/3 gefüllt werden, hier verändert er sich aber dank seinem hohen Alkoholanhalts nicht (18°-21°).
Der Marsala verfolgt dann den Alterungsprozess, nach dem 'soleras' System: aus den Fässern, treppenförmig übereinandergestellt, wird dann ein Teil in die darunter stehenden Fässer umgeleitet (ungefähr ein drittel des Inhalts). Auf diese Art und Weise werden die Weine der Unterschiedlichen Jahrgänge gemischt und man erhält ein immer gleiches Produkt.
Die Bestimmungen
Um die Einzigartigkeit und die Qualität des Produktes zu garantieren gibt es strenge Bestimmungen die als "Marsala" nur die Weinliköre zulassen die in der Provinz von Trapani (ausgeschlossen sind die Zonen von Pantelleria, Favignana e Alcamo) stammen und mit Trauben Grillo und/oder Catarratto hergestellt wurden.
Je nach dem Alterungsprozess, der Farbe und dem Inhalt an Zucker entscheidet sich welcher Typologie Marsala die Weine angehören. Der "Marsala 'Fine" benötigt mindestens ein Jahr an Alterung, der 'Superiore' 2 Jahre, der' Superiore Riserva' 4 Jahre, der 'Vergine oder Soleras' 5 Jahre und der 'Vergine und/oder Soleras Stravecchio' oder 'Vergine und/oder Soleras Riserva' 10 Jahre.
Die Farbe kann Gold, Bernstein oder Rubin sein. Während der Zuckergrad den Wein in drei Typen verändert: trocken (- 40 g/l); mitteltrocken (40-100 g/l); süss (+ 100 g/l).
Die Kostprobe
Weniger "In" als seine spanischen und portugiesisch Verwandten, kann der Marsala neue und andere Emotionen freisetzen. Die Typologien 'Superiore' und 'Vergine', in Fässern aus Eichenholz gealtert, entwickeln Duftnoten wie die von Holz, Vanille, Karamell, Honig, Trockenfrüchte und vor allem Mandeln. Diese müssen während der Kostprobe bei einer Temperatur von 12 bis 14 Grad liegen und aus tulpenförmigen Gläsern getrunken werden.
Der trockene Marsala Vergine und Superiore werden als Aperitif getrunken oder zu Fisch mit reichen und duftenden Sossen.
Der Marsala Superiore ist ein Wein zum meditieren, kann aber auch mit Foie Gras oder zum Dessert getrunken werden.