Während in anderen Nationen „Bed & Breakfast“ inzwischen seit geraumer Zeit eine beliebte und häufig benutzte Unterkunftsart des Tourismus ist und in vielen Fällen sogar vom Staat unterstützt wird, erlebt diese Formel in Italien eine kontinuierliche Evolution. Bis vor wenigen Jahren war B&B nur einigen Liebhabern bekannt, die diese Unterkunftsart im Ausland ausprobiert hatten und wenigen Autodidaktikern der Tourismusbranche, die diese Formel mit ihren eigenen Kräften und finanziellen Ressourcen praktizierten.Heute werden die B&B-Betriebe als eine der aufstrebenden Segmente der italienischen Tourismusbranche betrachtet, Dank einiger übereinstimmender Faktoren, die zur progressiven Expansion dieses Phänomens beigetragen haben. Unter anderem: das Entsehen der ersten B&B-Verbände in Italien, die die Kultur und die Regeln dieser Aufnahmestrukturen aus dem Ausland importierten und ihren Mitgliedern greifbare Unterstützung garantieren; die wachsende Sensibilität seitens vieler Institutionen gegenüber der Umwelt, die sich in der touristischen Aufwertung der bereits existierenden Behausungen und die darauffolgende Limitierung der Errichtung neuer Aufnahmestrukturen ausdrückt; die immer größeren Schwierigkeiten, zum erstenmal Fuß in die Arbeitswelt zu setzen oder in sie zurückzukehren, die viele Personen dazu treiben, Kleinunternehmer zu werden und hierfür bereits bestehende Ressourcen auszunutzen, in diesem Fall das eigene Heim.
Ein grundlegendes Element des Wachstums des B&B ist seine Anerkennung seitens eines Großteils der italienischen Regionen, die diese Unterkunftsart in ihre Tourismusnormen aufgenommen haben. In einigen Fällen wurde die Norm direkt von den potentiellen B&B-Betreibern vorgeschlagen, die einen Gesetzentwurf vorlegten und die positiv geneigten Ämter zum Zustimmen anregten, in anderen riefen direkt die Ämter auf eigene Initiative die neue Norm ins Leben.
Die Gründe hierfür sind verschiedener Natur: so stellt zum Beispiel eine Region fest, das auf ihrem Territorium zahlreiche B&B-Betriebe existieren, die entweder nicht regulär sind oder den nicht angemessenen Normen der Zimmervermieter unterstehen, und möchte mit einem passenden Gesetzt dieser Unterkunftsart offiziellen Charakter verleihen und sie reell unterstützen und fördern; andere Regionsverwaltungen möchten die Entwicklung des Tourismus und des Unternehmenswesens in einer zurückgebliebenen oder in touristischer Hinsicht noch nicht vollständig und korrekt ausgenutzten Gegend fördern, oder die B&B-Strukturen während besonders großen Ereignissen zusätzlich zu den Hotelstrukturen einsetzen. Dies ist zum Beispiel der Fall der Region Lazio, die die Formel des B&B förderte, um den Millionen Wallfahren des Jubeljahres eine preiswerte und qualitätsvolle Unterkunftsalternative zu bieten.
Abgesehen von den Unterschieden, auf die man in den Normen der verschiedenen Regionen stößt, existieren einige grundlegende Elemente, die das B&B definieren und von den anderen Aufnahmestrukturen unterscheiden. In erster Linie ist ein B&B-Betrieb, aufgrund seiner Natur, kein Unternehmen. Den Normen nach darf die Aktivität des B&B nur in limitierten Zeitabschnitten, wie zum Beispiel während einer Urlaubssaison oder zu bestimmten Festlichkeiten, und auf jeden Fall nicht als regelmäßige Aktivität betrieben werden. Außerdem muss die Dienstleistung ausschließlich von der normalen Familienorganisation garantiert werden. In Wirklichkeit handelt es sich hier um nur auf den ersten Blick um wirkliche Limitierungen: die Tatsache, dass ein B&B nicht als Unternehmen betrachtet wird, macht den Familien bürokratisch und finanziell den Start leichter.
Das B&B muss sich selbstverständlich im eigenen Heim befinden: das bedeutet, dass die Gäste die Wohnstätte mit den Eigentümern teilen müssen und nicht anderswo untergebracht werden können. Die Anzahl der Zimmer, die ein Haushalt als B&B zahlenden Gästen zur Verfügung stellen kann, ist begrenzt: die meisten Regionen erlauben die Vermietung von höchstens 3 Zimmern mit 6 Schlafstellen. Auch dies unterscheidet das B&B von einer Zimmervermietung, der bis zu sechs Zimmer zur Vermietung frei stehen, die sich eventuell auch in anderen Wohnung befinden können, aber in demselben Bau liegen müssen.
Natürlich müssen auch hygienische Normen respektiert werden, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Gäste zu schützen: die weitverbreitetste, zusätzlich zu den normalen, hygienischen Regeln des Familienlebens und den Normen, die für alle Aufnahmestrukturen gelten, betrifft die Speisen, die zum Frühstück serviert werden und einzeln verpackt sein sollten, um keine Art von manueller Handhabung zu erfordern.
Auszug aus dem Buch
„Wie man ein Bed & Breakfast in Italien eröffnet. Von der Idee zur Realisierung“, Autoren Rita Apollonio und Giulia Carosella
September.2002
Man dankt für die Zusammenarbeit
Edizioni Franco Angeli, die größte spezialisierte Bibliothek