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Der Schauspieler und seine Art Theater zu machen

Wenn man von Nino Castelnuovo redet fallen einem Spots wie der des Olio Cuore ein. Seine Beweglichkeit und sein fröhliches Gesicht, das eines Sportlers und eines Liebhabers des Lebens. Castelnuovo ist Schauspieler, im Kino aber hauptsächlich im Theater. Sein Leben gehört immer neuen Emotionen.
Wieso sind sie Schauspieler geworden? Für mich ist das ein Bedürfniss. Als erstes bezeichne ich mich als Hampelmann, dann als Gaukler und zuletzt als Schauspieler. Ich bin alles, ich mag es alles zu sein, ich stelle mich zur Schau und fühle mich als Teil des Theaters. Auf der Bühne zu sein, Schau zu machen heisst es zu leben, selbst wenn mir mir die Aufführung nicht gefällt. Die Moment im Theater sind, schon seit immer, wichtiger als die im täglichen Leben.
Was war ihre letzte Theateraufführung? "Una dozzina di rose scarlatte" (Eine Handvoll roter Rosen). Es war eine schöne und erfolgreiche Aufführung, von Publikum und Kritikern gelobt. Für mich war es ein bisschen als wäre ich in die Vergangenheit gereist, in die Zeit der weissen Telefone, es hat Spass gemacht.
Was bedautet es für Sie heute Theater zu machen? Das Theater von heute ist immer noch dasselbe wie das Theater von gestern. Sein einziger Defekt ist das nur noch wenig Klassik zu finden ist. Keiner hat Lust sich anzustrengen, zu komlizierte Stücke zu sehen. Das Publikum im Theater will von der Menge immer mehr, aber immer weniger was die Qualität angeht.
Schuld der Regisseure? Das glaube ich nicht, wenn wir das italienische Thaeter anschauen gibt es wenige gute Regisseure. Die die da sind haben einen eigenen Stil und darum ein Publikum das sie verfolgt.
Die Autoren? Auch in diesem Fall gibt es wenige. Das Theater verändert seine Formen.
Was meinen Sie damit? Die Improvisation kehrt zurück, wie im Illuminismus mit Goldoni und Molière, als Theater machen noch bedeutete sich verbal und körperlich anzustrengen.
Meinen Sie eine "improvisierte Vorstellung"? Ja, ich meine damit die Vorstellung "Le Balle", man hat nur eine Vorlage die sich im Laufe der Vorstellung in eine komplette Aufführung verwandelt, ohne feste Rollen. Die Schauspieler verändern Abend für Abend ihre Rollen. Jeden Abend gibt es eine andere Vorstellung.
Ihrer Meinung nach gibt es also wieder eine Rückkehr zum manieristischen Theater? Nein, überhaupt nicht, ich würde eher sagen das das italienische Theater eine neue Form sucht, die im Moment dem Strassentheater nah ist. Ausserdem verändert sich ja auch der Rest, die Media, zum Beispiel Internet, die Möglichkeiten die es bietet. Wieso sollte das Theater sich also nicht verändern? Die Klassiker zu bearbeiten macht heute keinen Sinn mehr, man muss improvisieren.
Das klassische Theater ist also Vergangenheit? Nein, das nicht, es muss nur neu interpretiert werden, denken wir doch nur ans Kino...
Zum Beispiel? "Shakespeare in love". Gucken sie nur welchen Erfolg der Film hatte, die ganze Umgebung ist verändert worden.
Gibt es im Theater einen Autor den man mit dem Autor aus dem Film von Madden vergleichen kann? Pirandello, weil er keine Anweisungen für eventuelle Regisseure hinterlassen hat, er hat der Kreativität und dem Ausprobieren freien Lauf gelassen. Einige seiner Texte, vor allem die aus seiner Jugend, beginnen fast ohne eine richtige Trama und verwandeln sich erst später in ein richtiges Theaterstück. Mit diesen Testen kann man arbeiten, experimentieren.
Gibt es heute Schauspieler, Autoren, Regisseure die sich heute auf solche Versuche einlassen? Der einzige der dazu Mut hat ist Carmelo Bene, den ich sehr bewundere. Er ist der einzige Autor der Ironie benutzt, der die Schriften studiert, überarbeitet und ihnen einen besonderen Wert gibt. Carmelo ist ein Kreativer, er ist perfekt.
Haben Sie Programme für die Zukunft? Ja, diesen Sommer werde ich "Le Vespe" (Die Wespen) von Aristofane machen, und dann diesen Winterm werde ich eine Tournèe durch Italien machen mit dem Stück "La famiglia dell'antiquario" (Die Familie der Antikitätenhändlers) von Goldoni. In Zusammenarbeit mit einem Theater aus dem Friuli. In der Zwischenzeit drehe ich einen Krimi fürs Fernsehen: "Con gli occhi dell'assassino" (Mit den Augen des Mörders). Es hat echt Spass gemacht, und ich konnte mich endlich etwas von der ständigen Anstrengung im Theater erholen.
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