Ein Drama aus Liebe und Tod, aus Leidenschaften und Verschiedenheiten: all dies ist „Othello“ von William Shakespeare. Diesem Meisterwerk widmet sich – in der Theatersaison 2001/2002 - das Teatro Stabile del Friuli-Venezia Giulia, das es zum Mittelpunkt einer wichtigen Produktion macht.Unter der Regie von Antonio Calenda und mit Michele Placido in der Hauptrolle, spielt sich das Drama in einem beeindruckenden Rahmen ab: inmitten der Elsinore Mauern, der luxuriösen Wohnstätten in Venedig, der Wärme von Zypern. Es war Wunsch des Autors, das Werk in all seiner Komplexität interpretieren, tiefer auf die Motive der Figuren einzugehen und sich auf die Dynamiken der Seele zu konzentrieren.
Es handelt sich um einen Mikrokosmos aus genial gezeichneten Figuren: von den Nebendarstellern (Cassio, Emilia, Roderigo), über den eisigen und von Neid zerfressenen Iago, bis hin zu den herrlichen Hauptdarstellern. Die delikate und unschuldige Desdemona, eine der faszinierendsten und geheimnisvollsten Frauenfiguren der Theatergeschichte, und Othello, der mutige, impulsive und zerbrechliche Mohr.
Die Rolle von Othello spielt in dieser Darstellung Michele Placido, der seine jüngste Anstrengung im Theater so vorstellt: „Die Tragödie von Othello? Sie entsteht aus dem Konflikt zwischen verschiedenen Kulturen und Völkern. Ein unlösbarer Konflikt, der uns auf tragische, zeitgenössische Geschehnisse zurückführt. Israel und die arabische Welt. Unheilbare Brüche, von denen keine Rückkehr existiert“.
„Mein Othello – fügt Placido hinzu – ist anders, ein dramatisch einsamer Mann. Er kämpft für die Sache, in die er glaubt. Er wird von der Venezianischen Republik benutzt, ausgenutzt und unmittelbar danach von seinem Amt enthoben. Und hier verliert der Hauptdarsteller sich, zerbricht regelrecht ... der Betrug von Desdemona ist nur der letzte Akt der Tragödie eines Manns. Mit seiner Frau als Opfer.
Dank des Talents und der Ausdrucksstärke von Michele Placido, kann Antonio Calenda während der Darstellung mit verschiedenen Auslegungen des Werks spielen und zielt wie immer auf die Aktualität von Shakespeare, auf seine Universalität und die von ihm dargestellten Konflikte, die zu einer Metapher der heutigen Welt und ihrer schreienden Gegensätze werden.
Othello
Mit Michele Placido und den Schauspielern der Kompanie des Teatro Stabile del Friuli-Venezia Giulia
Die Tournee:
bis zum 21. April 2002 im Theater Argentina in Rom
17. – 25. Mai 2002 im Theater Il Rossetti – Teatro Stabile del Friuli-Venezia Giulia in Trieste
April.2002
Il Rossetti (auf Italienisch)
Theater in Rom (auf Italienisch)