An einem kalten und nebligen Morgen, in einer blassen, mailänder Sonne öffnet das Teatro degli Arcimboldi, das während der kommenden drei Jahre das Theater La Scala di Milano ersetzen wird, welches seinerseits vollständig restauriert wird.Bis zum vergangenen 2. Februar haben spektakuläre, immense Lichtsäulen (60.810 cm. Diameter, 6 Km. Höhe) das neue Theaterhaus entlang seiner Zufahrtsstrasse eingeweiht: Viale dell‘Innovazione. Ein Lichterpfad, der das Debüt der ersten Oper feiert, «La Traviata», des ersten Konzerts der Filarmonica und des ersten Balletts. Die fünf Reflektoren, die in ganz Mailand sichtbar und Resultat einer neuartigen Technologie sind, die in Kürze auch in New York eingesetzt werden wird, werden von Anfang bis Ende der Vorstellungen angeschaltet bleiben.
Das neue Theater wurde in nur 27 Monaten von der Gemeinde Mailand, in Zusammenarbeit mit Pirelli & C. Real Estate, in dem alten Industrieviertel der Pirelli fertig gestellt, welches das Projekt Bicocca – dem das Teatro degli Arcimboldi angehört – nach und nach in eine neue, voll ausgestattete und vielseitige Zone verwandelt. Trotz der Tatsache, das es sich in der Peripherie von Mailand befindet, ersetzt das Arcimboldi dennoch die Scala in allen Aspekten, in dem es ihr Klassik- und Opernprogramm übernimmt und andere Kunst- und Schaupielformen nicht ausschließt.
Die Innen- und Außenräume des neuen Theaters sind nüchtern und essenziell, modern, aber nicht revolutionär: Architekt Gregotti, von dem das Projekt stammt, bezeichnete das Theater als «“normal“, auf halber Strecke zwischen Tradition und Neuheit». Von der Pracht, an die uns die alte Scala gewöhnt hat, bleibt nur noch der Vorhang, der als Zeichen der Kontinuität zwischen Altem und Neuem hierher transportiert wurde, in Erwartung seiner glänzenden Rückkehr in das Zentrum Mailands.
Gegenüber dem Gebäude von Piermarini, stellt das Innere hier einen demokratischeren und gemeinschaftlicheren Ort dar, der außerdem eine höhere Aufnahmekapazität besitzt: ca. 2.400 Plätze, die sich auf ein Parkett mit zwei Niveaus und zwei Ränge verteilen. Das Foyer wird von einer ausgiebigen Glasbedeckung und von den Balkonen charakterisiert, die auf die Halle herab blicken. Der fächerförmige Saal, der 49 m. lang und 35 m. tief ist, geht auf eine Bühnenöffnung, die dieselben Ausmaße der Scala beibehält (16 x 12 m.).
Wenn auch nicht zentral gelegen, ist das Teatro degli Arcimboldi mit dem Stadtzentrum und der nördlichen Peripherie von Mailand durch ein enges Netz von Fortbewegungsmitteln verbunden. Es ist eine Sonderbusverbindung mit Piazza Duomo (Taxistand) geplant, wo von 18.45 bis 19.00 Uhr alle 5 Minuten ein Bus abfährt. Rückfahrt selbstverständlich nach Vorstellungsende (der Service ist für alle Abonnementinhaber kostenlos und für alle anderen mit einem normalen Ticket der öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen). Die Strecke sieht auch eine Haltestelle an der U-Bahn-Station M1 Gioia vor. Von der U-Bahn-Station M1 Precotto fährt alle 8/10 Minuten ein Sonderbus Richtung Bicocca ab. Von den mailänder Bahnhöfen Porta Garibaldi, Lambrate und Rogoredo gibt es schließlich Züge der Bundesbahn nach Greco-Pirelli (stets mit einem normalen Ticket der öffentlichen Verkehrsmittel). 20-40 Minuten nach Vorstellungsende, sind Sonderzüge ab Greco-Pirelli geplant, mit Ankunft in den mailänder Bahnhöfen Porta Garibaldi und Centrale.
Der Kartenvorverkauf wird bis März 2002 noch an der bisher bekannten Stelle in Via Filodrammatici erfolgen, um daraufhin nach Piazza Duomo verlegt zu werden.
Weitere Informationen unter der Nummer +39.02.72.00.37.44 (Infotel Scala)
Januar.2002
Teatro della Scala (auf Deutsch)
Gregotti Associati International (auf Italienisch und Englisch)
Pirelli & C. Real Estate (auf Italienisch und Englisch)