Man versteht bereits kurz vor Beginn, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Konzert handelt, wenn die letzten, verspäteten Zuschauer anstehen, um eine Karte zu erstehen und vor sich in der Schlange Lucio Dalla entdecken. Der Sänger aus Bologna ersteht in der Tat (mit der Geldbörse in der Hand) eine Eintrittskarte zu seinem eigenen Konzert, um sich dann in aller Ruhe in eine anonyme Reihe mitten ins Publikum zu setzen.Die Überraschung ist groß, unter anderem auch weil, wenn die Lichter ausgehen und sich die Scheinwerfer auf den Künstler konzentrieren, dieser aufsteht und protestiert. Er stellt sich dem Publikum (ohne Mikrophon) als Domenico Sputo vor, der sich auf Grund einer Frau in einer tiefgehenden Existenzkrise befindet. Der Gag dauert fünf Minuten, bis auf dem Riesenbildschirm über der Bühne die Fotografie von Sabrina Ferilli erscheint (die oben genannte Frau, Ursache seiner Krise) und die ersten Noten den Auftakt zu dem Schauspiel geben, das von Dalla als „das schönste meines Lebens“ beschrieben wird.
Er trägt wie immer Kleidung von Armani und verwöhnt sein Publikum mit einem ausgewogenen Programm. Eine Mischung aus neuen und alten Liedern, ohne es mit Spezialeffekten zu ertreiben. Nach einem lebhaften Auftakt (an ersten Stelle „Siciliano“), dreht der Liederschreiben mit „Com’è profondo il mare“ die Uhr zurück. Daraufhin sofort ein Stück aus seinem neuen Album („Luna Matana“) und „Canzone“, um dann zu den „sportlichen Mythen“ überzugehen: Songs, die den Sportlern Roberto Baggio, Tazio Nuvolar und Ayrton Senna gewidmet sind.
Die Emotion steigt, wenn der Liederschreiber sich an das Klavier setzt und dem Publikum (eines nach dem anderen) die Lieder „Piazza Grande“, „4/3/43“ und „Anna e Marco“ schenkt. Nach einer kurzen Pause nimmt das Programm mit Schwung wieder auf: „Kamikaze“, „La strada e la stella“, „Zingaro“, „Washington“, „Se io fossi un angelo“ und „Ciao“ heizen ein Konzert an, in dem sich die Melodien mit Worten abwechseln. Es wird von vielen Dingen gesprochen, bevor man das Finale erreicht: gedämpftes Licht und die bewegenden Noten von „Caruso“. Nach dem ersten Applaus die Zugabe (Dalla bittet das Publikum hierfür um Erlaubnis): nochmals am Klavier mit „L’anno che verrà“, bei dessen letzter Strophe er Tonart wechselt, um eine hervorragende Minimalversion von „Cara“ vorzutragen, während auf dem Riesenbildschirm die Schlusstitel eines fast drei Stunden langen Schauspiels ablaufen.
Luna Matana Tour 2002
13. – 19. Mai in Rom, Theater Olimpico
20. – 21. Mai in Perugia, Theater Turreno
25. Mai in Rimini
Mai.2002
Luna Matana (auf Italienisch)
Theater Olimpico in Rom (auf Italienisch und Englisch)