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Neapel: Kino und Worte von Pappi Corsicato

"Napule è mille colori…" ("Neapel ist viele Farben..."). Das sagt Pino Daniele, aber das zeigt auch Pappi Corsicato im Kino, neapolitanischer Regisseur Klasse 1960, der seinen Dokumentarfilm aus dem Jahre 1998 "I colori della città celeste" ("Die Farben der hellblauen Stadt") genannt hat.

Das hellblau des Meers ist eine der immerpräsenten Farben im Kino von Corsicato, genau wie im südlichen Kino generell, genau wie das Blutrot der Lippen von Iaia Forte (weibliches alter Ego des Regisseurs), außerdem das gelb der Sonne, das grün der Vorhänge, das Blau der Fenster, und andere starke Farben die man auf den Märkten der Stadt , den Balkonen und auf den Strassen findet.

Die bekanntesten Filme von Corsicato, “Libera“ und  „I buchi neri“, erzählen Neapel durch Farben. In den Bildern von Pappi Corsicato ist Neapel keine Postkarte.

In Chimera, sein letzter Film, bewegen die Persönlichkeiten sich in einer irrealen Atmosphäre, zum ersten Mal kann man nicht mit Sicherheit sagen das die Stadt Neapel ist.


Wieso haben Sie in Chimera Neapel unerkenntlich gemacht?
Chimera beschreibt ein Paar das, um die eigene Ehe zu retten, jeden Tag unterschiedliche Situationen und andere Persönlichkeiten erfindet. Ich wollte nicht das man Neapel direct erkennt um dem Film eine universellere Sicht zu geben. Es handelt sich um eine Geschichte die nicht nur in Neapel spielen könnte sondern überall. Einige Szenen wurden deswegen in unbewohnten Ortschaften gedreht. Diesmal beschreiben die Farben seltenen Atmosphären, um den metaphorischen Sinn des Film vorzuheben.

Was stellte Neapel in ihren vorherigen Filmen da?
In „Libera“ brauchte ich die Landschaft des Mittelmeers als Hintergrund für meine Geschichte, die Sonne, die Geräusche der Heuschrecken, die Sommerhitze. In den ersten drei Episoden beschreibe ich das Leben dreier Frauen mit allen Problemen dieser tristen Landschaft: die Glaspaläste des Direktionszentrums, die spanischen Stadtteile und die Peripherie von Secondigliano. In „I buchi neri” hingegen handelt es von einer unmöglichen Liebe mitten in der Armut. Eine typische napolitanische Geschichte, in der Peripherie gedreht, mitten in Armut und Traurigkeit.

Kann man von einem partenopäischen Kinostil reden? 
Das napolitanische Kino geht nicht nur in eine Richtung, hier ist die Kinoindustrie nicht wie in Rom und das bedeutet das sich jeder mehr oder weniger frei ausdrücken kann. Das einzigste was die Regisseure verbindet ist das sie sich alle gegen irgendwelche Schemen weigern und die Suche nach einer immer neuen Sprache.

Und die Bühnenbildnerei?
Ja, in diesem Fall kann man von einem großen Zusammenhang mit unserer Gegend reden, von “Neapelismus”.



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