Tommaso und Stefania: ein Liebespaar in der Welt von heute. Sie treffen sich, verlieben sich, heiraten und bekommen ein Kind. Eine Art Liebe, die man nur selten beobachten kann: ehrlich und leidenschaftlich.Eine Liebe, die in einer Welt aus Freunden und Verwandten entsteht und wächst: Alle sind stets bereit, Rat zu geben, Urteile zu verfechten, sich rühren zu lassen und an dem Leben des Paars teilzunehmen. Natürlich übertreiben sie, bis sie sich in das Gefühlsleben des Paars einschleichen und dieses beeinflussen.
Und wenn es wahr ist, dass glückliche Paare (nicht) existieren, dann sind Tommaso und Stefania wie alle anderen. Nach und nach verschwindet der Dialog, der Wille, sich miteinander auszusetzen. Arbeitsfrustrationen und finanzielle Probleme töten die Lust, um die Liebe zu kämpfen.
Die Geschichte von „Casomai“ ist mehr als verbreitet: eine Geschichte wie viele andere, die an sich nicht besonders überrascht. Anfangs schließt sich die Welt um das Paar, nimmt an dessen Erlebnissen teil und freut sich mit ihm, heißt gut und beurteilt. Aber wenn dann diese Teilnahme zu einem regelrechten Einfall in das Privatleben des Paars wird ... Der Film lässt hoffen: vielleicht wurde die Liebe noch nicht vollständig erstickt und nur unter den tausend Schwierigkeiten versteckt, die das Leben jedem hier und dort vorbehält.
„Casomai“ ist eine Erzählung, die sich an den griechischen Tragödien inspiriert und zwischen Hauptdarstellern und Chor strukturiert ist. Allerdings erklärt der Regisseur Alessandro D’Alatri, dass „in diesem Fall der Chor zum Hauptdarsteller wird, der in der Lage ist, die Szene zu durchschreiten und in Kontakt mit den Helden zu treten“.
„Während ich das Material für den Film sammelte, erschien mir immer klarer die Einsamkeit, zu der Personen verurteilt sind, die sich lieben – fährt der Regisseur fort – vor allem, wenn sie ihr Liebesverhältnis ernst nehmen und sich hierfür einsetzen. Häufig werden sie so für den Rest der Welt langweilig, zu definiert und auf gewisse Art und Weise auch ‚gefährlich’ ... oder zumindest destabilisierend“.
Der Film konzentriert sich auf diese Paradoxe mit seinen Hauptdarstellern: Stefania Rocca (Stefania) als Freundin und Single, Ehefrau und Mutter, gemeinsam mit einem Fabio Volo (Tommaso), der bei seiner ersten Kinoerfahrung der Großzügigkeit und Ironie Ausdruck verleiht, die eine augenscheinliche und zerbrechliche Maskulinität begleiten.
Warum der Titel „Casomai“ („Gegebenenfalls“)? „Weil es eine Redensart ist, die wie häufig benutzen. Seit einiger Zeit scheinen wird die Kapazität verloren zu haben, klare, präzise und definitive Entscheidungen zu treffen. Uns gefällt es immer mehr, ein „gegebenenfalls“ offen stehen zu lassen, eine Art offenes Tor für die Eventualitäten des Lebens. Daher gefällt mir die Idee, die Eventualität dieser Philosophie in ein „Falls ihr euch in diesem Film identifizieren solltet...“ zu verwandeln. Eine Art Aufruf zum Nachdenken.
„Casomai“
von Alessandro D’Alatri
mit Stefania Rocca, Fabio Volo
eine Produktion RAI CINEMA
Vertrieb 01 Distribution
Mai.2002
Die Webseite (auf Italienisch)
01 Distribution (auf Italienisch)