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:: ITALIAN STYLE :: MODE ::
Marella Ferrera: Einflüsse und Proben


Marella Ferrera, ist eine der interessantesten und innovativsten Stilistinnen im momentanen Modepanorama Italiens. Eine "Ausprobiererin der Mode" - wie sie genannt wird - die zahlreiche Anerkennungen erhalten hat und viele Anhänger im internationalen Modefeld hat. Ihre Vielseitigkeit verdankt sie es dass sie sogar Kostüme für den belgischen Regisseur Micha Van Hoecke zeichnen durfte. Ihr unverwechselbarer Stil inspiriert sich, in den Farben und den Formen, an Ihrer Region: Sizilien. Lavagestein, Terrakotta, Zink, Papier, Kork, Palmenwurzeln, Leder, usw, werden zu Kleidern die man bei wirklich wichtigen Anlässen trägt.

Die von ihnen kreierten Kleider scheinen ein Ebenbild ihres Heimatortes zu sein. Welche Emotionen setzt Sizilien in ihnen frei?
Oft bin ich als eine Nachdenkerin bezeichnet worden, als eine Philosophin, alles nur nicht als Modeschöpferin. Mir gefällt es die Mode so zu sehen, damit meine ich das mir Mode als alltäglicher Gegenstand nicht gefällt. Man kann durch die Mode Emotionen und Kulturen freisetzen. Auf diese Art und Weise kann man immer neue Experimente mit der Mode machen, nicht wie mit der der gossen Stilisten. Auch wenn man bei der Mode prèt-à-porter gut aufpassen muss habe ich bei der Kollektion Herbst/Winter 2000/2001 merkwürdige Materialien verwendet: Knöpfe aus Lava, gewebte Wolle, handgearbeitetes Leder und Patchwork. Dies weil ich glaube dass das Verhältnis zur Erde einzigartig ist und ich es mit meinen Kreationen zeigen kann. Auf der selben Linie bin ich dabei meine nächste Kollektion, die im September rauskommen wird, vorzubereiten. Auch weil wer eins meiner Kleidungsstücke kauft es für einen bestimmten Anlass möchte und bestimmt nicht für den täglichen Gebrauch im Büro.
 
Sehen Sie Ihre Arbeit als Kostümschneiderin im Theater genauso?
Auf jeden Fall. Es macht wahnsinnig Spass. Ich habe im Theater Massimo in Palermo begonnen, mit der extraordinären Kreation für "Les Maries de la Tour Eiffel" von Jean Cocteau, und der Kreation von Micha Van Hoecke "A Paris". Ein Ausschnitt aus dem Pariser Leben, die Stadt aus den Augen eines Clochard, in den Jahren des Cocteau, gesehen. Das Theater ist mit Sicherheit meine Welt, ich fühle das es zu mir gehört. Man atmet dort eine spezielle Atmosphäre, eine Atmosphäre von Gedanken und Kultur. Bald werde ich mit einem grossen Ereignis in Catania beschäftigt sein: die Wiedereröffnung eines griechischen Theaters. Seine Position ist unglaublich, man betritt es durch die Haustür eines Palastes. Es finden trotzdem mindestens 8000 Menschen darin Platz. Dieses neue Projekt - immer noch in Zusammenarbeit mit Micha Van Hoecke - sollte in der ersten Wochen im September fertiggestellt sein.

Die Mode ist also nicht nur in Mailand?
Mailand ist eine Welt, die hohe Mode eine andere und das Theater ist noch mal was anderes. Aber im Moment ist es einfach die drei Welten auseinander zu halten, ich gehe sie sowieso mit anderem Interesse an. Die hohe Mode ist ein Ergebnis von Ideen und Experimenten.

Wie ist Ihr Verhältnis mit dem Ausland?
Im Ausland liebt man vor allem die hohe Modeschule: Amerika, Europa, Arabischen Emirate. Vor allem in den arabischen Ländern bin ich sehr bekannt. Dort liebt man diesen Stil, alles auszuprobieren. Das finde ich eigentlich komisch, diese Mode ist manchmal für uns schwer zu verstehen, aber sie akzeptieren alles. Es ist fantastisch.

Gibt es Ihrer Meinung nach einen Stil der als typisch italienisch bezeichnet werden kann?
Nein. Es gibt die italienischen Stilisten. Wir haben genaue Definitionen, vor allem was die 5 oder 6 wichtigsten Namen der italienischen Mode angeht. Denken wir nur an Armani, Versace, Valentino, diese Modeschöpfer haben einen genauen Stil. Der italienische Stil, hingegen, ist Geschmacksache, ein bisschen wie die italienische Kunst. Das was Menschen auf der Welt unterscheidet ist der Geschmack, dann gibt es natürlich Stilisten die die Kapazität haben, diese in Mode umzuwandeln. Es gibt aber keinen genauen italienischen Stil.



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