Ein Tourist, der Como besichtigt – eine kleine Stadt, die inmitten von sanften Hügeln an dem gleichnamigen See liegt – darf hier nicht wieder abreisen, ohne ihr typischstes und traditionellstes Produkt kennen gelernt zu haben, die Seide. In den Geschäften und Ateliers hat man die Qual der Wahl zwischen Krawatten, Halstüchern und allen Kleidungsstücken und Accessoires, die man aus diesem wertvollen Material herstellen kann.Die Herstellung der Seide geht antik auf die Herrschaftszeit der Savoia zurück, aber ist auch heute noch die Stärke der Stadt: Der Seide sind jedes Jahr die internationalen Veranstaltungen „Idea Como“ und „Como Moda“ gewidmet. Seit 1990 kann man außerdem das „Didaktische Museum der Seide“ der besichtigen, welches das verdiente Zeugnis der Geschichte der Seide in Como ist und ein greifbares Zeichen der Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart einer Industrie darstellt, die weltweit ihr Primat beibehält.
Das Museum, das sich in demselben Bau der prestigevollen Textilschule „Setificio“ befindet, bedeckt eine Fläche von 900 qm. und ist in zahlreiche Säle unterteilt, die von dem zentralen Atrium ausgehen, in dem der Eingang zu einer Fabrik wiederkreiert wurde und zahlreiche wertvolle Stempeluhren ausgestellt werden
In den verschiedenen Räumen sind antike Maschinen und Webstühle aufbewahrt, die einst in den Industrien in Como gebraucht wurden. Im zentralen Saal, nach einer kurzen Einführung über die Zucht des Seidenwurms und das Spinnen des Fadens, kann man die Instrumente zur Vorbereitung der Webung bewundern. Im Webesaal befinden sich unter anderem zwei Handwebstühle, ein Jacquardwebstuhl und ein doppelter Webstuhl.
Daraufhin erreicht man den Kontroll- und Messsaal und das chemische Labor, das der Epoche getreu mit antiken Möbelstücken und Instrumenten eingerichtet wurde. Dem folgen der Färberaum und die Druckerei, wo sich unter anderem die Farbenküche und ein manueller Drucktisch mit Skizzen, antiken Folien und Instrumenten für die Fotogravur befinden.
Der Letzte Saal ist der Behandlung der Textilien gewidmet: Von höchstem Interesse sind eine antike Holzmaschine für die Kreation des Moirè-Effekts auf Seide, eine Plissiermaschine und eine beeindruckende Palmer aus dem Jahr 1932.
Der Besuch des Museums ist eine hervorragende Gelegenheit, um die Geschichte der Stadt zu entdecken, um zu verstehen, wie Seide entsteht, wie man den Faden erhält, wie wertvolle Fasern gewoben werden, wie man diese färbt und wie schließlich wie die berühmten Drucke hergestellt werden, die in aller Welt den großartigsten Modedesignern bekannt sind.
August.2002
Das Museum der Seide (auf Italienisch und Englisch)
Gemeinde Como (auf Italienisch)