Den Daten der Federalberghi nach, die Föderation der 120 italienischen Hotel- und Tourismusverbände, existieren in Italien über 33000 Hotels mit einem Gesamtangebot an 900000 Zimmern und 1700000 Betten.Eine äußerst wichtige Branche für die Ökonomie unseres Landes (der aktive Auszug beläuft sich auf 25000 Milliarden Lire), mit einer starken Neigung zu Familienbetrieben, die von Vater zu Sohn übergeben werden. Eine dermaßen wichtige Einzelheit, dass im Inneren der Federalberghi das Komitee der Jungen Hotelunternehmer entstand. Ein Komitee mit einem eigenen Reglement, Arbeitsgruppen und Projekten, die auf die Ausbildung aller Figuren der Tourismusbranche zielen.
Wir trafen Marco Leardini, gebürtig aus den Marken und Delegierter des Komitees. Mit ihm haben wir über die aktuellen Problematiken gesprochen, über Zukunftsprojekte und die Erwartungen für die kommende Sommersaison.
Wie würden Sie das Profil eines jungen Hotelunternehmers beschreiben?
Dem Komitee gehören alle jungen Hotelunternehmer unter vierzig Jahren an. Grundsätzlich handelt es sich um Söhne und Töchter von Hotelunternehmern - die Vererbung der Betriebe ist in unserer Branche extrem häufig - oder um junge Unternehmer, die eine Aktivität im Bereich der Aufnahmestrukturen gewählt haben.
Welche Aufgaben und Projekte zieht das Komitee momentan in Erwägung?
Es darf zunächst nicht vergessen werden, dass die Federalberghi, und insofern auch das Komitee, die nationale Gewerkschaft der Hotelunternehmer ist und sich daher mit sämtlichen Problematiken der Verträge dieser Branche beschäftigt. Dem hinzu kümmert sie sich um alle Aspekte und Normativen der Sicherheit der Strukturen, um die Kreation von vorteilhaften und attraktiven Angeboten für Agenturen und Fluggesellschaften und vor allem um die Ausbildung des Personals.
Vor allem Ausbildung?
Ja, ohne Zweifel ist das unsere Hauptaktivität, sowohl weil wir stark daran glauben, als auch um unsere Aktivität zu differenzieren. Wir sind davon überzeugt, dass eine gute Ausbildung nicht nur in der Lage ist, vorbereitetere Hotelangestellte und -leiter heranzuwachsen, sondern auch, dass sie einen obligatorischen Schritt darstellt, um Qualität in der Leitung der Aufnahmestrukturen zu garantieren.
Und daher organisieren Sie Kurse und Praktiken. An wen richten Sie sich?
Wir organisieren Kurse sowohl für Hotelbesitzer, als auch Angestellte. Momentan läuft ein Kurs für Unternehmer über die Aspekte der Speisen: was eingekauft werden muss, wie man es auswählt, in welchen Mengen, u.s.w. Aber wir konzentrieren unsere Anstrengungen vorwiegend auf die jüngeren Personen. Es ist wichtig, dass die Schüler unmittelbar in Kontakt mit der Arbeitswelt treten. Oft schließen die Schüler ihre Berufsschule ab, ohne jemals Fuß in ein Hotel gesetzt zu haben: ein Mangel, der häufig falsche Vorstellungen entstehen läßt. Um ein konkretes Beispiel zu nennen, reicht es an meine Region zu denken, die Marken, in der kein einziges 5-Sterne-Hotel existiert, im Gegensatz zu den zahlreichen mittel-kleinen Betrieben. Hier ist muss man unbedingt sehr vielseitig und stets bereit sein, Situationen gegenüber zu treten, die nichts mit der eigenen, spezifischen Position zu tun haben.
Existieren hier spezifische Problematiken?
Ja. Wir nehmen zum Beispiel mit dem Bildungsministerium momentan das Problem der Praktiken in Angriff. Dem Gesetz nach kann der Schüler nur während der Schulzeit ein Praktikum durchführen, das als Bildungskredit gilt. Ein Paradox wenn man bedenkt, das unsere Tätigkeit vorwiegend saisonabhängig ist und dass sie ihren Höhepunkt in den Sommermonaten erreicht, wenn die Schulen geschlossen sind. In diesem Zusammenhang haben wir vor, dem Ministerium Praktiken vorzuschlagen, die während der Sommerzeit durchgeführt werden.
März.2002
Komitee der jungen Hotelunternehmer (auf Italienisch)
Spezialbericht Marken