Das erste Resultat des diesjährigen Festivals von Sanremo ist nun offiziell: Siegerin der Newcomer ist Anna Tatangelo, eine 15 Jahre alte Neuentdeckung aus Sora. Außer von der Volksjury wurden die Lieder auch von der sogenannten Qualitätsjury bewertet, die sich aus Persönlichkeiten aus Fernsehen, Radio und Film zusammensetzte.Der Abend begann mit der Verleihung des Karrierepreises an Roberto Murolo (90 Jahre), Emblem des napolitanischen Liedes. Daraufhin begann der Wettkampf mit den Botero mit deren Lied "Siamo treni": eine sympathische Metapher über die Liebe und das Leben, welche auf verschiedenen Schienen reisen und denen es nie gelingt, zusammenzutreffen.
Es folgte Marco Morandi mit einem Lied, das der Tradition der italienischen Liederschreibern angehört. Nach der gewohnten Verbindung mit dem "Dopo Festival" von Simona Ventura, wo ein Pavarotti alias dem Imitatoren Crozza einer unzensierter Satire freien Lauf ließ, Leitmotiv des Festivals, war Franco Nero an der Reihe. Der weltweit bekannte Schauspieler hat das Frauentrio Destiny's Child präsentiert, eine Rhythm & Blues Gruppe aus Texas, die dem Publikum Klasse, Freude und Unterhaltung mit ihrem Song "Survivor" geschenkt haben.
Wie jedesmal, hat sich der Abend nach und nach in Pippo Baudo's Privatsalon verwandelt, welcher einen unglaublich großen Teil der Übertragungszeit in Anspruch nahm und so zu viel Zeit zwischen den verschiedenen Blöcken der Lieder des Festivals vergehen ließ. Endlich war der dritte Teilnehmer an der Reihe, Simone Patrizi, mit einem sehr melodischen Lied, das in vollem Kontrast zu seine Dreadlock-Look steht und am Ende des Abends den Dritten Platz erreichte.
Inmitten des Rummels des Festivals, passierte Pippo Baudo auch ein Ausrutscher, als er eine seiner Partnerinnen mit dem Namen der anderen präsentierte und das so gerade noch korrigiert hat, während bereits die falsche Begleitungsmusik spielte. Danach stand es an Daniele Vit, der einen angenehmen Bluessong gesungen und mit starker und entschlossener Stimme vorgetragen hat, ohne allerdings die Begeisterung der Qualitätsjury zu erwecken.
Nach dem zigsten Attentat auf die Weichteile von Pippo Baudo, diesmal seitens Sabrina Ferilli, der allerdings (zum Bedauern von Baudo) nicht zu Ende gebracht wurde, trat Andrea Flebo mit dem Lied "All'Infinito" auf, welches sich als relativ anonym herausstellte. Danach war Anna Tatangelo an der Reihe mit "Doppiamente Fragili". Sowohl das Lied, als auch dessen Interpretation verdienten sich den ersten Platz und so gewann diese junge Künstlerin das diesjährige Festival der Newcomer.
Ebenso hätte sich die Interpretation von Gigi Proietti einen ersten Platz verdient, der mit einem Medley einiger seiner bekanntesten Sketches auftrat, von "L'uomo in frack" von Modugno bis hin zu "Gastone" des Komikers Petrolini. Der Liederwettbewerb fuhr dann mit den 78 Bit, die Klonen der Luna Pop, allerdings mit weniger beeindruckenden Stimmen, und mit Valentina Giovagnini fort, die unserer Meinung nach das schönste Lied des Festivals der Newcomer gesungen hat. Eine große Künstlerin, die den zweiten Platz belegte.
Großartig war auch Alicia Keys, die Neuentdeckung des Jahres und mit nur 22 Jahren bereits Gewinnerin von 5 Grammy Awards. Sie hat live "Ave Maria" von Schubert gesungen und sich selbst am Klavier begleitet, zu Ehren der italienischen Musikveranstaltung, um dann mit vier Backgroundsängern ihren weltweiten Erfolg "Falling" vorzutragen, der momentan an der Spitze aller Hitlisten steht.
Der Wettbewerb endete mit den Auftritten von den Archinuè und Gianni Fiorellino, wobei dem sympathischen Countrymarsch der Archinuè der Kritikerpreis verliehen wurde. Gianni Fiorellino hingegen trat mit einem klassischen Song des Genre De Crescenzo auf und bewies eine hervorragende Gesangsinterpretation. Der vorletzte Abend des Festivals endete mit Paulina Rubio, eine überschäumende Sängerin aus Mexiko, die eine äußerst mitreißende Salsa präsentiert hat.
März.2002
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