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Cézanne, Vater der Modernen


Bis zum 7. Juli im Complesso del Vittoriano in Rom eine Ausstellung über das Werk von Cézanne, unbestreitbares Genie der Malerei zu Ende des 19. Jahrhunderts und Antriebskern der figurativen Revolution der Kunstavantgarde dieser Epoche, besonders des Kubismus von Picasso und Braque. Sicherlich ist diese Ausstellung weniger reichhaltig als diejenige, die 1995 im Grand Palais in Paris stattfand, aber sie bietet dennoch eine bemerkenswerte Auswahl an Gemälden, die das gesamte Lebenswerk des Künstlers darstellen.

Cézanne, Sohn eines reichen Bankiers aus Aix en Provence und Kindheitsfreund von Zola, erlebt Paris als die faszinierende und gleichzeitig feindliche Stadt der Impressionisten, mit denen er, auch wenn er seine stilistische Autonomie beibehält, den Wunsch gemein hat, von dem herkömmlichen Kunstsystem Abstand zu nehmen, das in Paris mit ihren Salons und Akademien vorherrscht.

Er ist stark an die Einfachheit der Dinge gebunden, an alltägliche Gegenstände, an bekannte Gesichter und an die Orte, die tiefgehend seinem unruhigen und gequälten Geist Ausdruck verleihen, und nimmt so einen technisch neuartigen Malstil an, der aus flachen und überlappenden Farbaufträgen besteht, aus kleinen und zarten Zügen, die übereinander liegen. Vor allem in den Werken seiner späten Epoche verzichten die Gegenstände auf eine räumliche Tiefe und bieten eine Anschauungsart, die seine Nachfolger mit einer derartigen Überzeugung übernehmen werden, dass sie als unverzichtbares Element der neuen Kunst kodifiziert wird, welche kurz darauf die Öffentlichkeit auf Picasso und seine Gefährten aufmerksam machen wird.

Cézanne ist leidenschaftlich, revolutionär und fühlt sich von Frauen und Alkohol angezogen. Er beginnt mit der Malerei an der Seite von Pissarro, den er für den Rest seins Lebens als seinen einzigen und wahren Meister betrachten wird. Nach dem „Verrat“ des Freunds Zola, der ihn zu dem respektlosen und tristen Hauptdarsteller des Romans „L’Oeuvre“ macht, beginnen für Cézanne schwierige Zeiten, die von Alkohol und einer großen Einsamkeit gezeichnet werden und in denen er vollständig sein Vertrauen in diese Welt verliert, die sein Werk weder versteht, noch akzeptiert. Erst nach der Ausstellung, die ihm der Kunsthändler Vollard widmet, erhält er 1895 die ersten, zögernden Zusprüche der Öffentlichkeit.

Bis zu seinem Tod 1906 war, ist und bleibt Cézanne eine der zentralen Figuren der bedeutungsvollsten und revolutionärsten Geschehnisse der Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine „Mont Sainte Victoire“, essenziell in den Formen und revolutionär im Gebrauch der Farben, haben die folgenden Generationen angeregt, den Wegen der Experimentierung und der Unabhängigkeit von historischen Maßstäben zu folgen.

Paul Cézanne: il padre dei moderni
Wo: Complesso del Vittoriano, Via San Pietro in Carcere, Rom
Wann: bis zum 7. Juli 2002
Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 9.30 – 19.30 Uhr; freitags und samstags 9.30 – 23.30 Uhr; sonntags 9.30 – 20.30 Uhr
Eintritt: € 8,50, ermäßigt € 6,00
Informationen unter der Nummer +39.06.6780664

April.2002

Cézanne (auf Französisch und Englisch)
Virtuelles Museum (auf Englisch)



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