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Balthus im Palazzo Grassi

In einem venezianischen Palast wurde die wohl größte Ausstellung die jemals Balthazar Klossowski de Rola, Künstlername Balthus, gewidmet wurde eröffnet.

Mehr als 200 Werke vereint in den 36 Sälen des Palazzo Grassi, organisiert von Jean Clair, Direktor des Museum Picasso in Paris, mit einfachen Hintergründen und Dekorationen von Gae Aulenti.

Die Werke stellen in chronologischer Reihenfolge alle Werke des im Februar verstorbenen Künstlers aus um so seinem künstlerischen Werdegang von 1921 bis 2001 treu zu bleiben. 

Als aristokratischer Kosmopolit ist der Pole Balthus schon zu Lebzeiten eine Legende geworden; klassisch in der Technik und modern in den Inhalten hat er sich ganz und gar von allem vorher gewesenen abgewandt.

Er hat in der künstlerischen und intellektuellen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein Zeichen hinterlassen, er war befreundet mit Alberto Giacometti und Gianni Agnelli, großer Sammler seiner Werke.

Die Mutter von Balthus liebte Rilke und es existieren immer noch Briefe des großen Schriftstellers an den damals noch jungen Maler. 

Schon früh begann er zu malen indem er die großen Meister aus dem 15. Jahrhundert imitierte, die er sehr mochte. Einige Bilder der Ausstellung sind Kopien von Werken von Piero della Francesca und Masaccio, diese zeigen genau wie stark das technische Talent von Balthus war.

Im Eingang von Palazzo Grassi befindet sich das bekannte Gemälde " Le passage de la Rue du Commerce Saint-André " (1952-54) das dafür sorgen soll das der Besucher von Beginn an mit dem manchmal komischen Universum von Balthus konfrontiert wird.

Unter den Porträts findet man das von "Joan Miro' et sa fille Dolores" und, vor allen Dingen, das Selbstporträt "Le roi des chats" in dem man seine große Liebe für Katzen entdecken kann.

Natürlich konnten im Rundgang seine wichtige erotische Werke nicht fehlen in denen man nackte und träumende Jugendliche erkennen kann deren Erotik oft Skandale auslöste, wie zum Beispiel das Gemälde "La chambre" (1947-48), trübes Gemälde das seit 30 Jahren nicht mehr ausgestellt wurde.

Es ist mit Sicherheit kein Zufall das der meist besuchte Saal der ist in dem die Bilder "La toilette de Cathy" und "La leçon de guitare" ausgestellt sind, zwei provozierende Werke die oft auch als heikel bezeichnet werden. Zu den zahlreichen Anspielungen auf diese Immoralität antwortete Balthus immer: "seht ihr denn nicht das dies Engel sind?".

Außerdem wartet ein sehr interessanter Film auf die Besucher der Ausstellung der vielleicht etwas mehr Licht auf die komplizierte Persönlichkeit des Künstlers wirft und auf sein Verhältnis mit unterschiedlichen Persönlichkeiten seiner Zeit.

Immer zwischen Traum und Realität, Kindheit und Erwachsensein, sagte der unheilbar melancholische Balthus immer wieder "meine Malerei erzählt von einer lang vergangenen Harmonie".

November.2001


Palazzo Grassi (englisch)
Balthus 

Gae Aulenti



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